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Warum können Kläranlagen Mikroplastikfasern nicht effizient filtern?

Weder die Waschmaschine noch die Kläranlagen können Mikroplastikfasern unserer  Kleidung zufriedenstellend herausfiltern. Die beim Waschen abgebrochenen Mikroplastikfasern gelangen mit dem Haushaltsabwasser in die Kläranlagen.

Unzählige Partikel entkommen jedoch den Filteranlagen und landen in unseren Gewässern. Laut einer Studie der University of California in Santa Barbara werden im Durchschnitt 60% – 99% der Mikroplastikpartikel aus dem Wasser herausgefiltert.

In Deutschland verfügen lediglich 20 von etwa 10.000 Kläranlagen über die sogenannte Reinigungsstufe 4, die vor allem zum Ziel hat, unser Abwasser von Medikamentenresten zu befreien.

 

Mikroplastikfasern sind besonders schwierig herauszufiltern: Auf Grund ihrer Form und Schwimmeigenschaften passieren sie deutlich häufiger die Filteranlagen, als das bei anderen Mikroplastiktypen wie Pellets, sogenannte Microbeads aus Kosmetika und anderen Plastikfragmenten der Fall ist.

 

Selbst wenn sie herausgefiltert werden, landen die Plastikteilchen über den Klärschlamm wieder in der Umwelt: Sofern der Klärschlamm nicht verbrannt wird, findet er als Düngemittel auf den Feldern Verwendung. Die im Klärschlamm gebundenen Mikroplastikpartikel bahnen sich von hier aus wieder ihren Weg in die Ozeane.

 

Ein weiteres Problem stellen sogenannte Mischwasserüberläufe dar. Sie dienen der Entlastung bei Regenwetter. Damit bei Starkregen ein Rückstau in den Haushalten verhindert wird, fließt das Abwasser bei hohem Wasseraufkommen ungereinigt durch die Kanäle.

 

Übrigens nimmt das Abwasser aus den Gullys nicht den Umweg über eine Kläranlage, sondern fließt weitgehend ungefiltert in unsere Gewässer. Die Mikroplastikpartikel von Reifen- und Schuhsohlenabrieb, sowie Mikroplastikfasern, die sich in der Luft und im Klärschlamm befinden, verschmutzen so auf direktem Weg unsere Umwelt.

 

Fazit: Die Filtermöglichkeiten der Kläranlagen sind derzeit aus technischen Gründen nicht ausreichend, um die Verschmutzung der Ozeane durch Mikroplastik zu verhindern.

Was können wir tun: Unser Kaufgewohnheiten überdenken und unsere Waschverhaltens anpassen.

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